Verfahren 01

Galvanisch verzinken im Gestell und in der Trommel

Elektrolytischer Zinküberzug aus dem schwachsauren Glanzzinkbad: maßhaltig, gleichmäßig und mit Cr(VI)-freier Passivierung in transparent, blau oder gelb. Gestellabmessung 1350 × 600 × 250 Millimeter.

Was ist galvanisches Verzinken?

Galvanisches Verzinken ist ein elektrochemisches Verfahren, bei dem Zink aus einem Elektrolyten auf einem Bauteil aus Stahl oder Eisen abgeschieden wird. Das Werkstück wird als Kathode geschaltet, über den Stromfluss lagern sich Zinkionen gleichmäßig auf der Oberfläche ab. Weil das bei Raumtemperatur geschieht, bleiben Maße, Gewinde und Passungen erhalten. Die PHS Galvanotechnik GmbH verzinkt in einem schwachsauren Glanzzinkbad für Gestell- und Trommelware, Gestellabmessung 1350 × 600 × 250 Millimeter. Auf die Verzinkung folgt immer eine Passivierung nach dem Bezeichnungssystem der DIN 50979, frei von sechswertigem Chrom.
Verfahren

So entsteht der Zinküberzug

Im Zinkbad hängt Ihr Bauteil als Kathode den Zinkanoden gegenüber. Sobald Strom fließt, gehen Zinkionen in metallisches Zink über und bauen Schicht für Schicht einen geschlossenen Überzug auf. Die Abscheidung passiert bei Raumtemperatur – kein Wärmeeintrag, kein Verzug, auch bei dünnwandigen Teilen.

Zink schützt doppelt: als Barriere zwischen Stahl und Luftfeuchtigkeit, und weil Zink unedler ist als Eisen. Wird die Schicht durch einen Kratzer oder eine Bohrung verletzt, geht das umliegende Zink zuerst in Lösung und schützt den freiliegenden Stahl weiter. Dieser kathodische Schutz ist der Vorteil gegenüber einer Lackschicht, die an einer Verletzungsstelle sofort unterrostet.

Vor dem Zinkbad steht die Vorbehandlung: Entfetten, Beizen und mehrere Spülstufen. Ohne saubere Ausgangsoberfläche haftet der Überzug nicht gleichmäßig.

Ausführung

Gestellverzinkung oder Trommelverzinkung

Beide Wege führen zum Zinküberzug. Wie Ihre Teile im Bad gehalten werden, entscheidet über Oberfläche, Kontaktstellen und Wirtschaftlichkeit.

Entscheidungshilfe: Gestell- oder Trommelverzinkung

Wenn Ihr Bauteil … Dann eher Grund
groß oder sperrig ist Gestell Passt nicht in die Trommel und würde beim Umwälzen beschädigt
enge Toleranzen oder eine Sichtfläche hat Gestell Keine Teileberührung, Kontaktstellen liegen auf unkritischen Bereichen
klein, robust und in hoher Stückzahl kommt Trommel Gleichmäßige Rundumbeschichtung, deutlich geringerer Handlingaufwand
sich verhaken oder schachteln könnte Rücksprache Verkeilte Teile werden an den Berührungsflächen nicht beschichtet
Nachbehandlung

Nach dem Verzinken kommt die Passivierung

Blanker Zink bleibt nicht lange blank: An feuchter Luft bildet sich schnell Weißrost. Deshalb folgt auf jede Verzinkung eine Passivierung – eine dünne Konversionsschicht, die die Weißrostbildung erheblich verzögert und zugleich das Aussehen bestimmt.

Sie wählen zwischen transparent für einen zurückhaltenden, silbrig-bläulichen Eindruck und den irisierenden Varianten in Blau und Gelb. Alle Ausführungen sind nach DIN 50979 bezeichnet und frei von Cr(VI).

Ablauf

Ihr Auftrag Schritt für Schritt

Anfrage und Abstimmung

Wir klären Werkstoff, Schichtsystem, Ausführung als Gestell- oder Trommelware und den Termin.

Anlieferung

Ihre Teile werden erfasst, dem Auftrag zugeordnet und für die passende Verfahrensart vorbereitet.

Vorbehandlung

Entfetten, Beizen und Spülen – die Grundlage für einen dauerhaft haftenden Zinküberzug.

Verzinken

Im schwachsauren Glanzzinkbad wächst der Überzug elektrolytisch auf, im Gestell oder in der Trommel.

Passivieren und Trocknen

Die Cr(VI)-freie Passivierung in transparent, blau oder gelb folgt direkt, anschließend wird getrocknet.

Prüfen und Rückgabe

Schichtdickenmessung per Röntgenfluoreszenz, Sichtprüfung, Dokumentation – dann gehen die Teile zurück.

Häufige Fragen

Fragen zum galvanischen Verzinken

Galvanisch wird Zink elektrolytisch bei Raumtemperatur abgeschieden, feuerverzinkt wird durch Tauchen in eine rund 450 °C heiße Zinkschmelze. Die galvanische Schicht ist dünner, exakt steuerbar, glatt und maßhaltig – Gewinde und Passungen bleiben erhalten. Die Feuerverzinkung liefert eine deutlich dickere Schicht mit längerem Schutz im Freien, bringt aber Wärmeeintrag, möglichen Verzug und eine rauere Oberfläche mit.

Das gibt Ihre Zeichnung vor. In der Bezeichnung nach DIN 50979 steht die geforderte Mindestschichtdicke in Mikrometern direkt hinter dem Zn, etwa Zn5, Zn8 oder Zn12. Sie muss an jeder messbaren Stelle erreicht werden, auch in Innenecken und Vertiefungen.
In aller Regel ja. Die galvanische Schicht ist dünn und wächst gleichmäßig auf, ohne Wärmeeintrag und ohne Zinknasen. Bei sehr feinen Gewinden und engen Toleranzklassen sollte die Schichtdicke in der Auslegung berücksichtigt sein – nennen Sie uns Gewindegröße und Toleranzklasse, wenn es eng wird.
Wir sind ein flexibler Kleinbetrieb, und das ist unser Geschäftsmodell. Werkstoff, Stückzahl, Abmessungen und gewünschtes Schichtsystem genügen für eine erste Einschätzung.
Ja. Sämtliche Passivierungen der PHS Galvanotechnik GmbH sind nach dem Bezeichnungssystem der DIN 50979 ausgeführt und frei von sechswertigem Chrom. Das gilt für die transparente Ausführung ebenso wie für die irisierenden Varianten in Blau und Gelb.
Wenn eine Lackierung geplant ist, sagen Sie es uns bitte vorab. Die Wahl und Ausführung der Passivierung hat Einfluss darauf, wie gut ein Lack auf der Zinkoberfläche haftet – die Anforderungen Ihres Lackierers gehören deshalb in die Abstimmung.

Ihr Bauteil, unser Zinkbad

Nennen Sie uns Werkstoff, Stückzahl und das geforderte Schichtsystem – wir sagen Ihnen, welche Ausführung passt und wann wir liefern können. Wir verzinken für Industriekunden in Deutschland und in der Schweiz.